Am 4. Februar 2026 fand mit Bezug auf den Holocaust-Gedenktag am 27. Januar in der Aula der Gutenbergschule die szenische Lesung des Stücks ‚Gestern zwar, doch nicht vergangen‘ statt. Der Autor Alexander Pfeuffer und vier Schauspieler vom Staatstheater Wiesbaden gestalteten eine gelungene Lesung, die sich bedrückend realistisch mit dem Trauma von Opfern und mit der Schuld der Täter des nationalsozialistischen Unrechtsstaats auseinandersetzte: In den 1960er Jahren trifft die jüdische Shoah-Überlebende und Ärztin Gustl Stein in Buenos Aires auf den straffrei entkommenen Schreibtischtäter Horst Ehrmann, einen ehemaligen Beamten im Reichsverkehrsministerium, der als Patient von ihr behandelt werden will. Die Tochter der Ärztin erfährt endlich mehr über die Geschichte ihrer Familie und der Sohn des Beamten beginnt nach Jahren blinden Vertrauens, die Selbstgerechtigkeit und Lebenslügen des Vaters zu hinterfragen. Im Anschluss an die Lesung hatten die Schüler die Möglichkeit, Fragen an den Autor zu richten und machten hiervon engagiert Gebrauch. Diese Veranstaltung wurde dankenswerterweise durch den Förderverein der Gutenbergschule unterstützt.
Verfasst von Heike Scherf

