Judo

Die Sportart Judo hat an der Gutenbergschule eine erfolgreiche Tradition. Bereits im vergangenen Jahrhundert wurde Judo bei uns im Rahmen des regulären Sportunterrichts angeboten. Auch Talentfördergruppen gab es zu dieser Zeit schon. 1999 wurde daraus das Talentförderprojekt Judo, das seither ein Lehrer-Trainer leitet. Kernbereiche dieses Projektes waren und sind noch immer mehrere Trainingsgruppen, gemeinsames Mittagessen sowie pädagogische Hausaufgabenbetreuung für Judoka oder talentierte junge Sportler*innen, die dies werden wollen. Viele hundert Athleten*innen konnten bis heute diese fundierte Förderung durchlaufen.

Talentförderung

Durchschnittlich besuchen 20 aktiv kämpfende Judoka die Gutenbergschule und kommen damit in den Genuss der Talentförderung. Unsere Schule arbeitet fortlaufend an der Ausschärfung ihrer Profile. So entwickeln wir uns auch als Partnerschule des Leistungssports kontinuierlich weiter. Im Judo, wie in den anderen Schwerpunktarten auch, gibt es mittlerweile nicht nur Trainingsangebote in Form von Talentfördergruppen am Nachmittag. In den Sportklassen wird zusätzlich vormittags trainiert. Insgesamt stehen der Talentförderung Judo 11 Trainingsgruppen zur Verfügung, in denen auf Trainingsalter (Grundausbildung, Grundlagen-, Aufbau- und Anschlusstraining) genauso Rücksicht genommen werden kann wie auf eine differenzierte Trainingsausrichtung (Technik, Kondition, Stabilisationstraining).

Planen für die Zukunft

Eine Vision: Man stelle sich am Regionalen Talentzentrum Wiesbaden/Rheingau-Taunus-Kreis zwei Partnerschulen des Leistungssports vor (Gutenbergschule und Elly-Heuss-Schule), die gemeinsam die „Eliteschule des Sports Wiesbaden“ bilden. Durch die vielfältigen Profile beider Schulen wird der sportliche Anreiz externer Athleten*innen, nach Wiesbaden zu wechseln, durch das schulische Angebot erhöht. Eine Synchronisation der Sportklassenstundenpläne beider Schulen würde die Möglichkeiten der Sportler*innen zusätzlich vergrößern (Schüler*innen der GBS in einer Talentförderung der EHS und umgekehrt). Die „Externen“ beider Schule würden dann gemeinsam in einem angegliederten Vollzeitinternat wohnen. So könnten Judoka aus ganz Deutschland die Gutenbergschule besuchen und im Rahmen der Talentförderung Judo trainieren und betreut werden.

“Die Vergangenheit ist Geschichte, die Zukunft ist ein Geheimnis, der Augenblick jedoch ist ein Geschenk.”

Ina Deter

Sportliche Erfolge bei offiziellen Meisterschaften bzw. Meisterschaftsrunden

Judo hat eine erfolgreiche Tradition an der Gutenbergschule (GBS). Das Fundament dieser Tradition bilden GBS-Schüler/innen wie Pia Zeiner (Abitur 2006), Kim Zeiner (Abitur 2009), Nico Zeiner (Abitur 2010), Luca Zeiner (Abitur 2012) oder Lisanne Sturm (Abitur 2012). Auch Soraya Bernstein war einige Jahre an unserer Schule. Sie wurde während dieser Zeit (2012) Europameisterin in der U18.

In der nahen Vergangenheit setzte Patrick Görner (Abitur 2017), der Deutsche Meister von 2015, die Erfolgsstory fort. Es folgten sein Bruder Fabian (Abitur 2018), der Deutsche Meister 2016 und 2017 sowie Merit Petersen (Abitur 2020), die Deutsche Vizemeisterin 2016.

Alle oben Genannten kämpfen bzw. kämpften in Bundesliga-Teams und gehörten bzw. gehören zur deutschen Spitze.

Die Schulsportlichen Wettbewerbe

Erfolgsorientiert sind die GBS-Judoka auch beim schulischen Wettkampf „Jugend trainiert für Olympia“, der im Rahmen von Landesentscheiden und dem Bundesfinale in Berlin als Mannschaftswettbewerb ausgetragen wird. Hier setzten die GBS-Teams die Judo-Tradition fort. Nach jeweils ersten Plätzen auf den Landesentscheiden folgte die Bundesfinalqualifikation, die mit guten Platzierungen abgeschlossen wurde:

  • Bundesfinale 2013 in Berlin: 5. Platz Wettkampfklasse (WK) III Jungen
  • Bundesfinale 2015 in Berlin: 5. Platz WK III Jungen, 8. Platz WK III Mädchen
  • Bundesfinale 2016 in Berlin: 7. Platz WK III Mädchen
  • Bundesfinale 2017 in Berlin: 11. Platz WK III Mädchen
 
 

Verleihung des Pierre-de-Coubertin-Preises

Orientiert an dem berühmten Zitat Coubertins „Voir loin, parler franc, agir ferme“ („Weit sehen, offen sprechen, entschlossen handeln“) erhalten jedes Jahr Abiturienten und Abiturientinnen diesen Preis, die außer sehr guten sportlichen Leistungen auch Fairness und Engagement außerhalb des Sports zeigten, zum Beispiel in sozialen Bereichen, bei internationalen Begegnungen, im Schulorchester oder als Schulsprecher/in. Mit dieser Auszeichnung wird die Bedeutung des Fachs Sport für die Ausbildung einer ganzheitlichen Persönlichkeit unterstrichen. In den vergangenen Abiturjahrgängen wurden die nachfolgend genannten Judoka der GBS mit dem Pierre-de-Coubertin-Preis ausgezeichnet:

  • Patrick Görner (2017)
  • Fabian Görner (2018)
  • Christian Yedgarian (2019)
  • Merit Petersen (2020)
  • Leonie Rüenauver (2020)

Nachhaltigkeit

Ob die Umsetzung des Trainingsprinzips „Langfristiger Trainingsaufbau“ gelungen ist, zeigt sich daran, ob sportliche Erfolge lange andauern oder bleiben, also nachhaltig sind. Die sportlichen, schulischen sowie beruflichen Erfolge der ehemaligen GBS-Schülerin Lisanne Sturm sind ein Beispiel für die mögliche Unterstützung durch die Sportklasse der Gutenbergschule sowie das Talentförderprojekt Judo. Lisanne erlangte 2012 die Hochschulreife an der Gutenbergschule und ist nach wie vor national und international erfolgreich in Sachen Judo unterwegs. Ihren Werdegang in diesem Kontext zeigt das folgende Filmchen:

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“Wer nicht aufs Kleine schaut, scheitert am Großen.”

Laotse

Trainingsgruppen und -zeiten mit zugeordneten Jahrgangsstufen/Konzepten/Trainingsetappen/Inhalten

  • Sportklasse 5s/6s (Mi., 10:00 bis 11:35 Uhr):
    Allgemeine Grundausbildung /spezielle Judo-Grundausbildung U11 (nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung des Deutschen Judo-Bundes e.V., kurz: DJB)/Grundlagentraining U15 (nach der Rahmenkonzeption „Nachwuchs“ des DJB und nach dem Rahmentrainingsplan des Hessischen Judo-Verbandes e.V., kurz: HJV)/Inhalte des Sportunterrichts für diese Jahrgangsstufe (gem. dem Kern- bzw. Schulcurriculum für den Sportunterricht der Gutenbergschule Wiesbaden, kurz: GBS)
  • Sportklassen 7s/8s/9s (Di. und Do., 8:10 bis 9:45 Uhr):
    Aufbautraining U18 (nach der Rahmenkonzeption „Nachwuchs“ des DJB und nach dem Rahmentrainingsplan des HJV)/Inhalte des Sportunterrichts für diese Jahrgangsstufe (gem. dem Kern- bzw. Schulcurriculum für den Sportunterricht der GBS)
  • Talentfördergruppe I (Di., 13:15 bis 17:00 Uhr): Jahrgangsstufen 4 bis 6
    Allgemeine Grundausbildung/spezielle Judo-Grundausbildung U11 (nach der Ausbildungs- und Prüfungsordnung des DJB)/Grundlagentraining U15 (nach der Rahmenkonzeption „Nachwuchs“ des DJB und nach dem Rahmentrainingsplan des HJV)/Inhalte des Sportunterrichts für diese Jahrgangsstufe (gem. dem Kern- bzw. Schulcurriculum für den Sportunterricht der GBS)
  • Talentfördergruppe II (Do., 13:15 bis 17:00 Uhr): vgl. Talentfördergruppe I
  • Testgruppe „Sportklasse“ (Fr., 13:30 bis 15:00 Uhr): Jahrgangsstufe 4 (2. Halbjahr)
    Allgemein-sportmotorische Tests (vgl. Testmanual unter „Konzepte“!)/judospezifische Tests/Kampf-Randori-Formen (mehrperspektivisches Sichtungstraining)
  • Kyu-Gruppe (Mo., 15:00 bis 16:30 Uhr): Jahrgangsstufen 4 bis 6
    Trainingsbegleitende Gürtelprüfungen gemäß Ausbildungs- und Prüfungsordnung des DJB für Judo-Kyu-Grade
  • Anfängergruppe (Fr. 15:00 bis 16:00 Uhr): Jahrgangsstufen 5 und 6
    Allgemeine Grundausbildung/spezielle Judo-Grundausbildung (nach Ausbildungs- und Prüfungsordnung des DJB)/allgemein-sportmotorische Inhalte/(Kampf-)Spiele
  • Schulische Spezial-Trainingsmaßnahmen in Leistungsgruppen, das sog. „Frühtraining“ (Mo. und Fr., 6:30 bis 8:00 Uhr): Jahrgangsstufen 8 bis Q4
    Aufbautraining U18 sowie Anschlusstraining U21 (nach der Rahmenkonzeption „Nachwuchs“ des DJB und nach dem Rahmentrainingsplan des HJV)

Die Trainingsgruppen und -zeiten
(in der Stundentafel für das Schuljahr 2021-2022)

Legende:
2021/2022: Keine E-Phase in der Sekundarstufe II
G8: Q1/Q2/Q3/Q4 (Sportunterricht im Kurssystem)
G9: 5/6/7/8/9/10 (Sportunterricht im Klassenverband)

GBS: Gutenbergschule
4: Jahrgangsstufe 4
4-6: Jahrgangsstufe 4 bis 6
5-6: Jahrgangsstufe 5 bis 6
7-9: Jahrgangsstufe 7 bis 9
E-Q4: E-Phase sowie Qualifikationsphasen 1 bis 4

Wie wird man TFP-Judoka und wie kommt man in die Sportklasse?

  • Jahrgangsstufe 4, 5 oder 6
  • gymnasiale Eignung
  • gute bis sehr gute sportliche Eignung
  • starkes Interesse am Judo (wettkampforientiert)
  • super Motivation und Disziplin
  • allgemein-sportmotorische Tests (Testgruppe: Testmanual unter „Konzepte“!)
  • judospezifische Tests (Testgruppe)
  • gesundheitliche Tauglichkeit (Attest!)
  • Elterngespräch
  • Sportbewerbungsmappe „Sportklasse“
  • Akzeptieren der GBS-Sportklassenvereinbarung
  • GBS-Anmeldung (Erstwahl!)

“Diejenigen, die starr an ihrem Verständnis der Welt festhalten, enden häufig auf der falschen Seite.”

Ralph de la Rosa
  • „Aus der Breite wächst die Spitze“ – in diesem Bewusstsein wurde 1970 mit dem Aktionsprogramm zur „Förderung des Sports in Schule und Verein“ der Hessischen Landesregierung die Grundlage für die Talentsuche und Talent-förderung in Hessen gelegt.
  • Mit Beginn der 90er Jahre wurde das Aktionsprogramm um ein weiteres wichtiges Standbein ergänzt – das Landesprogramm „Talentsuche–Talentförderung“. Über 50 Jahre später blicken wir auf ein Programm, das mit großem Engagement in der Partnerschaft von Hessischer Landesregierung, Landessportbund Hessen sowie den Landesfachverbänden leistungsorientiertes Training verantwortbar gestaltet und weiterentwickelt und eine breite Akzeptanz in Schule und Verein gefunden hat.
  • Zwischenzeitlich wurde und wird das Landesprogramm „Talentsuche–Talentförderung“ weiterentwickelt. Ab 2017 werden aus den Schulsportzentren/Schulsportnebenzentren (SSZ/SSNZ) in Hessen die Regionalen Talentzentren (RTZ), in denen die Partnerschulen des Leistungssports die organisatorische Steuerung übernehmen. Einige SSZ und SSNZ werden wegfallen oder mit anderen zusammengelegt werden. Unter dem Einfluss der zunehmenden Zentralisierung des Leistungssports in Deutschland werden auch im leistungsorientierten Schulsport Ressourcen gebündelt.

Eine Auswahl von Inhalten aus der Trainingsplanung

Allgemeine Trainingsinhalte (exemplarisch: Sprossenspringen)

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Spezielle Trainingsinhalte (exemplarisch: Ura-Nage)

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“Keiner von uns ist so schlau wie wir alle.”

Kenneth H. Blanchard

Die Hessische Landesregierung, vertreten durch das Kultusministerium (HKM), hat das Landesprogramm „Talentsuche-Talentförderung“ initiiert. Das HKM ist in diesem Kontext für den leistungsorientierten Sport in der Schule verantwortlich. Grundsätzlich ist der Leistungssport in Hessen jedoch dem Ministerium des Inneren und für Sport (HMdIS) zugeordnet. 2018 erarbeiteten beide Ministerien gemeinsam mit dem Landessportbund Hessen unter dem Schlagwort der „Hessische Weg“ ein neues Leistungssportkonzept.

Durch diese Zusammenarbeit können alle relevanten Strukturmerkmale und Bedingungen für den Erfolg im Leistungssport berücksichtigt werden. Auch Prozesse, die die gesellschaftliche Stellung des Leistungssports verbessern, werden erfasst.

 

Die Kooperationspartner

Clemens Termer

Lehrer-Trainer Judo
  • Diplomsportlehrer
  • Trainer-A-Judo
  • 4. Dan Judo